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24.
September 1870
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Der Markt
Oberdrauburg hatte durch Feuer große und schwere Leiden zu ertragen.
Dem furchtbaren Brandunglücke am 24.9.1870 fielen 73 Wohnhäuser,
die Kirche, die Schule und 90 Meiereigebäude zum Opfer. Innerhalb
4 Stunden d.i. von 6 h abends bis 10 h nachts war alles total eingeäschert.
Das
Feuer entstand unter der Stadlbrücke im Hause Nr. 48, Kirchgasse,
des Kaminfegermeisters Christian Taurer, also fast im Zentrum des
Marktes und griff nach allen Seiten bei völliger Windstille
um sich, so dass in kurzer Zeit der Markt in Flammen stand und auch
der angrenzende Burgforst zu brennen begann. Die märkische
Feuerspritze war gleich zu Beginn gebrauchsunfähig.
Aus
den Nachbarorten und von der gerade im Bau gestandenen Eisenbahn
kamen viele Leute, um retten und löschen zu helfen. Später
kamen die Laaser und Kötschacher, welchen es gelang, die bereits
zu brennen beginnende Draubrücke zu löschen, und die freiwillige
Feuerwehr von Lienz mit dem dortigen Herrn k.u.k. Bezirkshauptmann
v. Rapp, welcher es gelang vom Drauflusse aus durch die Laube des
Steiner'schen Hause bis auf den Post platz vorzudringen. Durch die
Anordnung des Bürgermeisters Stramitzer wollte man gleich zu
Beginn des Feuers dadurch dem Weitergreifen eine Einschränkung
gebieten, dass man am Platze von den Häusern rechts begann,
die Bretterbedachungen - damals waren sämtliche Dächer
im Markte mit einziger Ausnahme des Hauses Nr. 13 der Frau Maria
Manhart geb. Regensberger, welches ein Ziegeldach trug, nur mit
Hartholzbretter gedeckt - abzutragen, dabei aber im Schrecken und
Eile diesen Brennstoff nicht weglieferte, welcher dann den ganzen
Straßenverkehr abschloss, selbst mächtig zu brennen begann
und die Häuser auch ebenerdig durch die Fenster und Lauben
von innen in Brand steckte.
Sowie
die meisten Häuser war auch die Kirche von innen total bis
auf die Sakristei ausgebrannt. Die Kirchenglocken waren zerschmolzen,
nur das Hochwürdigste und eine uralte Statue der schmerzhaften
Gottesmutter aus dem 15. Jahrhundert konnten gerettet werden. Ebenso
erging es mit dem Pfarrhofe, worin das Archiv der sehr alten, weit
zurückliegenden Urkunden, das interessante Gedenkbuch und alle
pfarramtlichen Matrikelbücher aufbewahrt waren, welche insgesamt
gänzlich vom Feuer unersetzlich vertilgt wurden. Die ganze
Bürgerschaft dachte nicht an die Kostbarkeit des historischen
Archivs- und der Matrikeln. Die Not war groß, der ganze Markt
zugleich zerstört, viele Einwohner hatten kein Obdach mehr,
mussten auf freiem Felde unter Türkenstrohschobern oder in
den Nachbarorten nächtigen. Wenige Besitzer waren gegen Feuerschaden
versichert und jene Objekte, welche versichert waren, dann nur in
sehr kleinem Masse, zu dem erlittenen Schaden in keinem Verhältnisse
stehend.
Im
ganzen Kärntnerlande und auch auswärts wurde für
die Abgebrannten gesammelt. Der erste und größte Helfer
in der Not war Se. Majestät Kaiser Franz Josef I., welcher
sofort 2000 Fl. = 4000 K. und 4 Jahre darauf, als es zum Baue des
Kirchendachstuhles kam, wieder 2000 K. spendete.
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